Als Tochter einer Porzellanmalerin und eines freischaffenden Grafikers bin ich in der idyllisch gelegenen Kleinstadt Meißen aufgewachsen. Der Duft des Terpentins, der Umgang mit Kunst und Farben waren mir seit frühester Kindheit vertraut.
Stets hatte ich die Möglichkeit meiner Mutter über die Schulter zu schauen, denn als ich 7 Jahre war, bekam sie ihr 4.Kind und das Privileg als erste Heimarbeiterin der Staatlichen Porzellanmanufaktur Meißen, ihren Tagesablauf eigenständig zu gestalten.
Mit meinen Händen werkeln, neue Maltechniken ausprobieren im Atelier meines Vaters, den Künstlergesprächen lauschen – das hat mich sehr geprägt.
Mich interessierte die Natur und die alten, eher unbeachteten Häuser, die wohlgeschmückt im Mantel von rankenden Pflanzen versuchten einen neuen Bewohner zu finden.
Bereits mit 10 Jahren kristallisierte sich ein fester Berufswunsch heraus – Restauratorin dachte ich zu DDR-Zeiten.

1987 reiste ich offiziell mit meinen Eltern in die BRD aus.
Wie viele Künstler, arbeitete mein Vater in verschiedenen Restaurierungsbetrieben und berichtete mir irgendwann vom Beruf des Kirchenmalers.

Malen, gestalten, alte Handwerkstechniken erlernen, schöpferisch sein.
Das war mein Traumberuf – Kirchenmalerin.

So absolvierte ich im September 1989 ein Praktikum in einem mittelgroßen Restaurierungsbetrieb in Franken, an dem sich bis 1993 eine dreijährige Lehrausbildung anknüpfte.
Mit Gesellenbrief in der Tasche folgten viele Berufsjahre als angestellte Kirchenmalerin, in der ich als Vorarbeiterin und Lehrlingsbeauftrage meine fachlichen und sozialen Fähigkeiten stetig weiter entwickeln konnte.

2010 entschied ich mich für die Meisterausbildung, ich suchte eine neue Herausforderung.
In der Fachschule für Farb- und Lacktechnik München konnte ich mich ein Jahr lang mit Berufskollegen austauschen und neue Techniken ausprobieren.

Im Juli 2011 schloss ich die Ausbildung mit dem Meisterbrief im Maler und Lackierer-Handwerk, Fachrichtung Kirchenmalerei und Denkmalpflege ab.

Bei der Verleihung im Dezember 2011 erhielt ich den Meisterpreis der bayrischen Staatsregierung und wurde ausgewählt als Jahresbestmeisterin im Handwerkskammerbezirk München und Oberbayern mein Meisterstück zu präsentieren.

 

Meisterfeier am 3.12.2011 in München:

Im Gespräch mit Moderatorin Susanne Franke
Auszeichnung mit Heinrich Traublinger Handwerkspräsident

Seit Oktober 2011 bin ich als selbständige Kirchenmalermeisterin größtenteils in Nordbayern, Thüringen und Baden-Württemberg unterwegs.
Anfangs brachte ich mich vor allem als freie Mitarbeiterin für verschiedene Kirchenmalerbetriebe ein.
Kleine Aufträge führte ich immer mehr in Eigenregie aus und heute muss ich gut vorausplanen und abwägen, damit ich genügend Zeit habe, mich auf die Projekte einzulassen. Denn jedes ist einmalig und braucht die ganze Aufmerksamkeit.

Meine Erfahrung, mein Wissen weitergeben und so auch selbst immer wieder neue Inspirationen erhalten:

Im August 2019 nahm ich das erste Mal als Dozentin bei der Sommerakademie in Homburg am Main teil.

Kurs: Vergolden und Farbspiel

2020 und 2021 konnten die Kurse leider nicht stattfinden.
Wir freuen uns auf 2022!
www.sommerakademiehomburg.de

gruppe

Seit Februar 2020 unterrichte ich an der Josef-Greising-Schule Würzburg die Meisterklasse für Maler und Lackierer im Fach: Anwendungstechnik.